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Maria Montessori

Maria Montessori wurde am 31.8.1870 in einem kleinen Ort in der Nähe von Ancona (Italien) geboren. Sie starb am 6.5.1952 in den Niederlanden.

Zwischen den beiden Daten spannt sich der Lebensweg einer außerordentlichen Frau. Sie setzte durch, dass Frauen in Italien zum Medizinstudium zugelassen wurden, und schloss dieses als erste Frau ab.

Anschließend war sie Assistentin in der Psychiatrischen Klinik der Universität Rom. Dabei arbeitete sie mit geistig zurückgebliebenen Kindern. Diese Kinder wurden damals „weggesperrt“, da in der Gesellschaft kein Platz für sie war. Sie wurden hygienisch sauber gehalten, bekamen aber kein Spielzeug oder andere Möglichkeiten um sich irgendwie betätigen zu können. Eines Tages beschwerte sich die Aufseherin einer Irrenanstalt bei Montessori über das „abartige“ Verhalten der Kinder, die das angebotene Brot das sie zu essen bekamen, zu kleinen Kügelchen formten, um damit zu spielen. Maria Montessori erkannte in dem Spiel mit den Brotkugeln das Bedürfnis der Kinder nach Beschäftigung. Sie entwickelte eigene Materialien die unter der These standen: „Die tätige Hand fördert die Intelligenz.“ Mit diesen Materialien – das weiterentwickelt zum jetzt bekannten Montessori-Lernmaterial wurden – machten die behinderten Kinder ungeahnte Fortschritte, was großes Aufsehen in der Öffentlichkeit erregte.

Maria Montessori stellte sich daraufhin die Frage: „Wenn behinderte Kinder zu solchen Leistungen fähig waren, was müssten erst gesunde Kinder können, und was war am herrschendem System falsch, dass gesunde Kinder nur so schwache Leistungen bringen?“

Auf Bitte einer Wohnbaugesellschaft sollte Maria Montessori in Roms Armenviertel San Lorenzo eine Tagesstätte für nicht schulpflichtige Kinder einrichten. Die damalige Armut zwang beide Elternteile zur Arbeit. Die Kinder waren verwahrlost, sich selbst überlassen und führten sich wie Vandalen auf. Maria Montessori sollte die Kinder in einem bereitgestellten Raum beaufsichtigen, eine Ausstattung mit Mobiliar und Spielzeug war nicht geplant. Sie nahm die Stelle an. Kollegen und Freunde waren schockiert – was hatte das mit Wissenschaft zu tun?

Im Jänner 1907 wurde das Kinderhaus „Casa dei Bambini“ eröffnet. Sponsoren spendeten Spielsachen und Ausstattung, Maria Montessori brachte das Material aus ihrer Arbeit mit den geistig Behinderten mit. Innerhalb kurzer Zeit änderte sich das Verhalten der Kinder und es stellten sich ungeahnte Erfolge ein - Vorschulkinder konnten lesen und schreiben! Der Grund des Erfolges war die freiwillige Arbeit mit dem Material ohne zeitliche Begrenzung, was zu einer hohen Konzentration der Kinder führte. Außerdem wurde die Rolle des Erziehers/Lehrers verändert – sie waren nur mehr da, um Hilfe zu geben („Hilf mir, es selbst zu tun“).

Der Erfolg sprach sich schnell herum, und bald wurden weitere Kinderhäuser und später Schulen eröffnet. Bis 1914 waren Montessori-Einrichtungen in Russland, China, Japan, Kanada und Chile entstanden. Maria Montessori war weltweit eine der bekanntesten Frauen. Förderer ihrer Ideen waren u.a. Siegmund Freud oder Gandhi. Nachdem das faschistische Regime in Italien von der Arbeit Montessoris anfangs begeistert war, und Mussolini sogar Präsident der italienischen Montessori-Gesellschaft wurde, kam es 1934 zum großen Bruch. Ein vom Wesen her totalitäres Regime verträgt sich nicht mit den Grundidealen der Freiheit und Selbstverantwortlichkeit. In der Folge wurden alle Montessori-Schulen Italiens geschlossen. Auch in anderen Ländern, wie Österreich, gingen die aufkeimenden Einrichtungen unter.

Während des zweiten Weltkrieges zog Maria Montessori nach Indien, wo die Montessori-Pädagogik bis heute einen hohen Stellenwert innehat. 1947 kehrte sie nach Italien zurück, und begann wieder mit Vortragsreisen durch Europa. Sie lehrte auch öfters in Innsbruck, wo sie von Juli bis Oktober 1951 ihren letzten persönlichen Ausbildungskurs vor ihrem Tod leitete.

 

Krieg abzuwenden, ist die Aufgabe der Politiker.

Für Frieden zu sorgen, ist die Aufgabe der Erziehung.

Maria Montessori

 

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